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Gaußturm Hoher Hagen

Der Gaußturm gehört je zur ideellen Hälfte der Stadt Dransfeld und dem Verschönerungsverein Dransfeld e. V.. Der Geologiepfad und die herrlichen Wanderwege rund um den Hohen Hagen, einschließlich "Studentenweg" und "Pilgerpfad" laden zum Verweilen oder Wandern ein.
Leider ist das Gaußturm-Cafe zur Zeit aus betriebswirtschaftlichen Gründen geschlossen, da eine Daueröffnung nicht rentabel ist.
Führungen und Besichtigungen von der Plattform können über die Rezeption des Campingplatzes Dransfeld, Inhaber Bernd Lesser, gebucht werden. Kostenbeitrag 1,00 € pro Person.
Kontaktaufnahme unter:
05502/ 21 47 1

Die Geschichte des alten Gaußturmes

29.04.1906
Der Verschönerungsverein Dransfeld beschließt, einen Aussichtsturm auf dem Hohen Hagen zu errichten. Die Finanzierung soll durch eine Sammelaktion gesichert werden.
27.10.1907
Es wird ein Turmbauausschuss gebildet, der Kassenbestand betrug 2.600 Goldmark (ca. 26.000 €). Für die Beibringung der Gelder war der Kassenwart Kantor Karl Forthmann zuständig, der diese Aufgabe über viele Jahre mit besonderem Engagement wahrnahm.
09.07.1908
Auf Vorschlag des Lehrers Lorentz wird beschlossen, den auf dem Hohen Hagen zu errichtenden Turm nach dem berühmten Mathematiker Carl Friedrich Gauß, "Gaußturm" zu benennen. Er begann in den Jahren 1821 bis 1823 die Hannoversche Landvermessung des Königreiches Hannover mit dem Dreieck auf dem Hohen Hagen - Brocken - Großer Inselsberg (Thüringen)
29.07.1909
Der Grundstein für den Turmbau wurde gelegt. Es waren fast 30.000 Goldmark (ca. 300.000 €) an Spenden eingesammelt. Von der Rentnerin aus Imbsen über namhafte Firmen aus Deutschland, Kaiser Wilhelm II. mit 4.000 Goldmark, Excellenz Giesecke aus Berlin mit 3.500 Goldmark oder die Firma Krupp aus Essen mit 1.000 Goldmark spendeten für den Turmbau. Auch ehemalige Bürger aus dem Ausland beteiligten sich mit Spenden am Bau des Turmes.
31.07.1911
Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung, ca. 2.500 Besucher, wurde der Turm eingeweiht. Die Pionierkapelle aus Hann. Münden spielte das Gebet aus Lohengrin und Excellenz Giesecke hielt die Festansprache. Kantor Forthmann erhielt für seine Verdienste um den Turmbau den Orden "Adler der Inhaber des Hausordens von Hohenzollern" von Kaiser Wilhelm II. verliehen.
02.05.1926
- In der Versammlung wird die Frage gestellt, ob die Sicherheit des Turmes nicht durch das Basaltwerk gefährdet sei
- Von der Betriebsleitung des Basaltwerkes und der Stadt Dransfeld wird versichert, dass der Turm nicht bedroht sei
- Bürgermeister Schulze übernimmt die Verantwortung für die Stadt Dransfeld
- Der Pachtvertrag zwischen der Stadt Dransfeld und dem Basaltwerk sieht vor, dass nur bis zu 50 Meter an den Turm heran Basalt gebrochen werden darf
06.07.1932
- Über den Antrag der Arbeiter des Basaltwerkes an die Stadt Dransfeld wird abgestimmt, 1/2 Morgen den Steinbruch in Richtung Gaußturmwiese zu erweitern, da das Basaltwerk wegen des schlechten Materials keine Aufträge mehr erhält
- Die Gaußturmverwaltung erkennt die Not der stellenlosen Arbeiter an und stimmt der Erweiterung zu
- Am 16.10.1932 wurde festgestellt, dass durch Sprengungen erhebliche Schäden am Dach des Gaußturmes entstanden waren
August 1950
- Dringende Reparaturarbeiten erfordern einen Kredit von 2.500 DM (ca. 1.250 €)
- Die Mitglieder Wilhelm Schlösser, Karl Ludewig und Hermann Rehkop geben eine Bürgschaft, da sonst der Kredit durch die Kreissparkasse nicht ausgezahlt werden kann
- Das Bundesministerium für Post- und Fernmeldewesen gibt einen Zuschuss von 1.000 DM (ca. 500 €)
- Der Landkreis Münden zahlt einen Zuschuss von 200 DM (ca. 100 €)
- Die Kreiskommunalkasse zahlt einen Zuschuss von 100 DM (ca. 50 €)
- Die Stadt Dransfeld zahlt nichts
1961
- Am 7. Juni 1961 legt nach 57 Jahren der 1. Schrift- und Kassenwart, Kantor Karl Forthmann, seine Ämter nieder, aus Gram, weil sein Turm versetzt werden soll
- Am 19.10.1961 werden 4 Sprengungen mit einer Sprengstoffmenge von 1.542,75 kg Ammon-Gelit durchgeführt
- Der Berg unter dem Gaußturm erhielt seinen Todesstoß
- Die Basaltsäulen lösten sich gegeneinander und die "Bergwanderung" Richtung Dransberg begann
- Am 24.10.1961 Ortstermin am Gaußturm mit Oberkreisdirektor Ronge, Bürgermeister der Stadt Dransfeld Plamann, Stadtdirektor Trapp, der Gaußturmverwaltung und Betriebsleiter Koch vom Basaltwerk
- Der 1. Vorsitzende Karl Ludewig gab seine Bereitschaft zu erkennen, die Wiese zum Abbau freizugeben, falls der neue Turm auf dem Braunsberg errichtet würde
- Betriebsleiter Koch sprach sich gegen den Standort Braunsberg aus, weil er auf die dort gelagerten Gesteine nicht verzichten könne
- Oberkreisdirektor Ronge brachte zum Ausdruck, dass er nie die Zustimmung zum Abbau des Braunsberges geben würde
- Urteil Landgericht Göttingen vom 26.01.1962 Göttingen Az. 4 C 1361:
"... wegen Zuwiderhandlung gegen die am 26.01.1962 verkündete einstweilige Verfügung, wird gegen das Basaltwerk eine Geldstrafe von 8.000 DM festgesetzt.
Begründung:
Das Basaltwerk handelte grob fahrlässig, wenn nicht mit bedingten Vorsatz. Die Tatsache, dass es die Sprengungen einen Tag vor dem Termin in der Hauptsache vornahm beweist, dass es mit einer recht bedenklichen Unbekümmertheit ihr eigenes wirtschaftliches Interesse über die mehr auf ideellen Gebiet liegenden Interesse und die Anordnungen des Gerichts zu setzen bereit ist
Öffentliche Sitzung und Vergleichsvorschlag des 4. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Celle
Das Basaltwerk verpflichtet sich gegenüber dem Verschönerungsverein, in deren Auftrag auf Kosten des Basaltwerkes auf dem Hohen Hagen an einem von der Stadt Dransfeld und dem Landkreis Münden als Naturschutzbehörde zu bestimmenden Standort rund 100 Meter von der zukünftigen Bruchkante entfernt einen neuen Aussichtsturm im Entwurf von Herrn Professor Matern vom 02.10.1961 zu errichten.

An der noch zu vermessenden Grundfläche für Turm und Nebengebäude verpflichtet sich die Stadt Dransfeld dem Verschönerungsverein Miteigentum zur ideellen Hälfte zu übertrage
Urteil des Oberlandesgerichts Celle vom 22.06.1962
- Das Basaltwerk verpflichtet sich einen neuen Turm zu bauen (300.000 DM)
- In einer Höhe von ca. 15 Meter ist eine Aussichtsgaststätte für ca. 80 Personen zu bauen
- Die Kosten der Aussichtsgaststätte trägt die Stadt Dransfeld
- Der Verschönerungsverein erhält je zur ideellen Hälfte das Miteigentum am Turm
- Ein Gebäude mit zwei Räumen ist zur Errichtung eines Gaußmuseums zu bauen
- Die Verwaltung und Unterhaltung obliegt der Stadt Dransfeld
- Die Stadt Dransfeld hat dem Verschönerungsverein einen jährlichen Betrag von 1.000 DM für seine satzungsgemäßen Aufgaben zu zahlen
- Das Miteigentum ist im Grundbuch unter Band 47 Blatt 1457 eingetragen

Am 24.11.1963 um 11.43 Uhr stürzte der Gaußturm infolge einer Sprengung endgültig ein

 

Daten zum alten Gaußturm

- Im Bereich des Erdgeschosses befand sich ein Gaußmuseum
- Im Keller war eine Gaststätte eingerichtet
- Der Stein, den Gauß zur Aufstellung seines Meßgerätes benutzte, eine Basaltsäule, wurde in das Turmmauerwerk mit eingemauert
- Professor Gustav Eberlein stiftete die Gaußbüste aus weißen griechischen Marmor
- Der Turm hatte, vom Fundament aus gemessen, eine Höhe von 34,80 Meter
- Die Höhe Oberkante Erdreich bis Turmspitze betrug 32,30 Meter
- Die Höhe des Aussichtsrundganges betrug exakt 22,17 Meter über der Erdoberfläche
- Eine Wendeltreppe mit 90 Betonstufen führte zum Aussichtsrundgang
- Eine Brüstung aus Sandsteinen, Säulen und Abdeckplatten schützte den Besucher
- Auf der Brüstung waren Kupferplatten angebracht, die die zu sehenden Aussichtspunkte und Entfernungen anzeigten. Diese Kupferplatten sind auch auf dem heutigen neuen Gaußturm angebracht
- Der Baustoff des Turmes war der in unmittelbarer Nachbarschaft gebrochene Basalt
- Durch eine Holzrutsche in den Bruch wurden die Steine durch eine Winde zum jeweiligen Mauerkranz hochgedreht
- Das Gerüst bestand aus geschlagenen Fichten vom Hohen Hagen, mit Seilen und Rüstbohlen verknotet, bis zu einer Höhe von 23 Meter
- Gebaut wurde der Turm von der Firma Baumbach aus Friedland, diese Firma besteht auch noch heute

Die Geschichte und Daten des neuen Gaußturmes

Link zu "Aktuelles/Termine
Aktuelles/Termine

- Erbaut 1963 - 1964 durch die Firma Lux und Co. aus Braunschweig
- Gebaut im Auftrag des Basaltwerkes Dransfeld, laut Urteil des Oberlandesgerichtes Celle, als Ersatz für den zerstörten alten Gaußturm
- Eigentümer je zur ideellen Hälfte, die Stadt Dransfeld und der Verschönerungsverein Dransfeld e. V.
- Aussichtsplattform 528 Meter NN
- Turmhöhe 51 Meter
- Fundament 6 Meter tief/13 Meter im Durchmesser
-Turmschaft 5 Meter im Durchmesser
- Aussichtsplattform 13 Meter im Durchmesser
-Restaurant 14,50 Meter über Erdoberfläche/18 Meter im Durchmesser
Turmkopf Maschinenraum für den Fahrstuhl und eine 25 Meter hohe Antenne. Außerdem ist ein Funkraum im Turmkopf untergebracht
- Fahrstuhl zugelassen für 8 Personen. Fahrzeit bis zur Aussichtsplattform 55 Sekunden
- Nottreppe 225 Stufen vom Keller bis zur Aussichtsplattform
- Hinweisschilder Originalhinweisschilder vom Turmbau 1911
- Baukosten 300.000 DM (ca. 150.000 €)

Das Gebäude in Sechseckform am Fuße des Gaußturmes war als Gaußmuseum gedacht. Der bauliche Zustand war jedoch so schlecht, dass es für diese Zwecke nicht genutzt werden konnte

 

Alter Gaußturm

Neuer Gaußturm